Das ZH-Interview mit Dr. Stephan Bock

Interview des Zebraherde e.V. mit Herrn Dr. Stephan Bock, Vorstand des MSV Duisburg e.V.

 

ZH: Herr Dr. Bock, in Ihrer noch recht neuen Aufgabe als Vorstandsmitglied des MSV Duisburg e.V. stellen Sie sich der spannenden und wichtigen Aufgabe, den Kontakt zwischen Sponsoren und Fans zu vertiefen und auszubauen. Dazu und zu Ihrer Person möchten wir Ihnen gerne einige Fragen stellen:

ZH: Sie sind laut Ihrer Vita ein „Duisburger Jung“. Was hat Sie darüber hinaus motiviert, sich gemeinsam mit dem neuen Vorstand beim MSV Duisburg zu engagieren?

Dr. Stephan Bock: Der MSV ist für mich eine Herzensangelegenheit. Als Walter Hellmich zurücktreten wollte und der Verein im Sommer 2010 auf mich zukam, bin ich erst mal aus allen Wolken gefallen. Bei aller Freude weiß ich natürlich wie schwer so eine Aufgabe werden kann. So habe ich nach einer längeren Bedenkzeit, in der ich Kontakt zu den Gremien gesucht habe, gemerkt daß ich mit meinen Ansätzen und Ideen auf offene Ohren gestoßen bin. Dieter Steffen und Thomas Kretschmer kannte ich bis dahin ja auch nicht richtig. Erst dann habe ich mich entschieden. Und der Aufsichtsrat  musste mich danach auch erst mal wählen.

ZH: Wenn Sie das regionale Sponsorenumfeld betrachten, sehen Sie Ansätze, neue Sponsoren für den MSV zu gewinnen, und welche wichtigen Grundvoraussetzungen sind für eine erfolgreiche Sponsorenakquisition aus Ihrem Blickwinkel dringend erforderlich?

DB: Der MSV ist ein attraktives Produkt mit einem Super-Logo, dem international bekannten Zebra. Momentan ist der Club das Gesprächsthema Nummer eins in der Stadt und in der Umgebung. Die Mannschaft ist hungrig, jung und präsentiert sich in der Öffentlichkeit durchweg sympathisch. Auch die „Typen“ fehlen nicht. Diese Attraktion können sich Sponsoren der Umgebung nicht entgehen lassen. Die Ansiedlungen von Firmen im Innenhafen und auch im Logport hat das regionale Sponsorenumfeld deutlich größer gemacht. Dieter Steffen hat den Innenhafen mit entwickelt und so viele Kontakte, der Logport ist in der KGaA vertreten. Der sportliche Erfolg ist jetzt das Zünglein an der Waage. Geht es nach Berlin wollen bestimmt einige Firmen der Umgebung partizipieren. Das müssen wir nutzen.

ZH: Wir erleben ja alle, dass der Zuschauerzuspruch bei Heimspielen für unseren MSV Duisburg trotz durchgängig guter Leistungen der Mannschaft in dieser Saison, sagen wir es mal positiv, noch durchaus Luft nach oben hat. Was denken Sie sind die wesentlichen Ursachen dafür und was kann aktiv getan werden, um das Stadion mittelfristig nachhaltig zu füllen?

DB: Wir haben schwere Jahre hinter uns. Eine Fahrstuhlmannschaft mit Legionärsmentalität, eine Heimschwäche, die jeden zur Verzweiflung brachte und eine Mannschaft bei der der Funke auf das Publikum nie übergesprungen ist. Wer von uns kann sicher die Namen aller Spieler vor 3 oder 4 Jahren den Gesichtern zuordnen. Karten für Heimspiele waren in der letzten Saison auch kaum zu verschenken, so tief saß die Enttäuschung bei den Zuschauern. Aus solch einem Tief kommt man nicht so schnell raus und der anfängliche Erfolg ist erst auch kritisch und ungläubig beäugt worden, bevor man sich wieder auf den Weg in die Schauinsland-Arena gemacht hat. Viele Anhänger standen ja noch bei ihren Freunden im Wort: „da geh ich nie wieder hin!“  Das ist zum Glück Schnee von gestern. Der Weg ist beschritten und auch die Mitarbeiter des MSV leisten gute Arbeit. Bleiben wir in der Liga oben dran, bleiben wir so heimstark und gewinnen wir sogar das Halbfinale im Pokal gibt es wieder Schlangen an den Ticket-Schaltern.

ZH: Sie haben geäußert, dass Sie den Dialog mit den Fans intensivieren möchten. Wie stellen Sie sich das in der gelebten Praxis vor?

DB: Wir müssen einen regelmäßigen Austausch haben, im Dialog stehen. Das ist durch das Internet einfacher geworden, aber nichts geht über den persönlichen Kontakt. So haben wir zu einem Fanabend am 15.03.2011 eingeladen, an welchem wir uns als Vorstand den Fans vorstellen wollen und ihre Wünsche oder auch Besserungsvorschläge anhören wollen. Solche Treffen soll es regelmäßig geben. Ebenso sind auch Treffen mit den Clubs geplant und ein Augenmerk wollen wir besonders auf den Niederrhein legen, denn da kommen schon historisch viele Fans her, die sich etwas vernachlässigt fühlen.

ZH: Um die ambitionierten Ziele innerhalb des Vereins zu erreichen, bedarf es eines guten Teamspirit in Vorstand, Geschäftsführung und Aufsichtsrat, übergreifend zwischen dem e.V. und der KGaA. Sehen Sie sich da mittlerweile auf einem guten Weg?

DB: Wir haben Neuland betreten. Im Verein der 2002 umstrukturiert wurde hatte Walter Hellmich die Ämter in einer Person vereint. Wir haben uns 100 Tage zum Ziel gestzt, die wir auch benötigen um zu der Verzahnung zu kommen, die wir uns vorstellen. Vor kurzem ist mit Hans-Werner Thomallak ja auch erst ein neuer Aufsichtsratvorsitzender dazugekommen. Wir wollen Teamarbeit, Austausch von Informationen und vor allem eines: Alles dafür tun, den MSV zum Erfolg führen und ihn für die Zukunft sicher aufstellen.

ZH: Zum Schluss die für ZH-Interviews typische und nicht ganz ernst gemeinte Frage: Milan Sasic hat erfahren, dass Sie in Ihrer Jugend davon geträumt haben, das entscheidende Tor im Pokal-Endspiel für unseren MSV zu schießen. Weil er Sie mag, möchte er Ihnen die Freude machen.  Er setzt Sie in Berlin bei Stand von 2:2 als Edeljoker ein. Welchem Torwart würden Sie lieber das spielentscheidende Ding unhaltbar aus 35m in den Giebel hauen, Manuel Neuer oder Thomas Kraft ?

DB: Kraft!! Schon als Edeljoker säße ich fröhlich auf der Bank, denn (vorrausgesetzt die Bayern kommen unter die ersten Drei), wären wir in Europa dabei.
Mit meinem fulminanten Schuß in den Winkel würde ich mich endlich rächen für den unverdienten Pokalsieg der Bayern 1998, für das brutale spielentscheidende Foul von Tarnat gegen Salou, für den inkompetenten Schiedsrichter und für den Bayern-Dusel.

 

Das ZH-Interview mit Dieter Steffen

Dieter Steffen ist am 14.12.2010 zum neuen Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg 1902 e.V. gewählt worden. Ihm zur Seite stehen Thomas Kretschmer, der auch schon dem ehemaligen Vorstand angehörte, sowie der Mediziner Dr. Stephan Block.

Der 63-jährige Diplom-Verwaltungswirt und Betriebswirt wirkte lange Jahre sehr erfolgreich als Geschäftsführer der Innenhafen Duisburg Entwicklungsgesellschaft mbH.

Was hat der MSV und seine Fans und Freunde vom neuen Chef des MSV Duisburg zu erwarten? Wir führten ein Interview mit Dieter Steffen

 

Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Dieter Steffen:
ZH: Herr Steffen, seit Anfang Januar führen Sie nun offiziell die Geschäfte als Vorstandsvorsitzender des MSV Duisburg. Haben Sie sich schon einen kompletten Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage des Vereins machen können und wie fällt Ihre erste Bewertung aus?
DS: Die wirtschaftliche Situation des MSV Duisburg zu analysieren und zu bewerten ist eine komplexe Aufgabe, die wir aktuell mit Priorität angehen. Grundsätzlich müssen dabei allerdings die Ergebnisse des Vereins und der KgaA getrennt gesehen werden. Insgesamt ist die finanzielle Situation der MSV-Gruppe sicherlich schwierig und sie wird vor allem beeinflusst durch den sportlichen Erfolg der Lizenzmannschaft. Auch wenn ich im Augenblick noch keine Daten zur wirtschaftlichen Lage bekanntgebe, ist festzustellen, dass die Erarbeitung von finanziellen Handlungsspielräumen eine große Herausforderung für die nächsten Jahre sein wird.
ZH: Was sehen Sie als Ihre vordringlichsten ersten Aufgaben an, die Sie als die drei für Sie wichtigsten Baustellen in Ihrer neuen Funktion behandeln möchten?
DS: Baustellen waren bei der Entwicklung des Innenhafens immer wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Erreichung unserer Ziele. Baustellen sind insofern auch Zeichen für den Fortschritt bei der Entwicklung. Ein wichtiges Ziel ist es für mich, den MSV zukunftsfähig zu machen. Dafür brauchen wir ein tragfähiges Konzept im sportlichen Bereich,  das eine längerfristige Perspektive bietet.  Und wir müssen die Verbindung zu unseren Sponsoren und Fans intensivieren. Im Marketingbereich müssen wir über neue imageprägende Aktionen das Zuschauer- und Sponsorenpotential der Region besser nutzen.
ZH: Die Führungsspitze des Vereins ist in großen Teilen neu besetzt. Sie sind nach eigenen Angaben ein überzeugter Teamplayer. Greift dieser Teamspirit innerhalb des Vereins und der Organe schon heute nach Ihren Vorstellungen und hat man sich auf einen gemeinsamen Weg verständigen können?
DS: Der MSV und sein Erfolg muss immer im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen. Die Aufteilung der Funktionen des Vorstandsvorsitzenden e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden KgaA, die Walter Hellmich vorher alleine wahrgenommen hatte, erfordert dazu  ein intensives Zusammenspiel von David Karpathy und mir. Da auch noch die Aufsichtsratsgremien des Vereins und der hauptamtliche Geschäftsführer Roland Kentsch wichtige Aufgaben wahrnehmen, werden wir den MSV nur nach vorne bringen, wenn wir uns gemeinsam als Mannschaft verstehen und auch so auftreten. Ich trete jedenfalls mit dem Ehrgeiz an, gemeinsam mit allen Beteiligten mit Engagement und Leidenschaft für den MSV Erfolge zu erzielen. Die Zusammenarbeit sicherlich noch nicht immer optimal, aber wenn alle offensiv und konstruktiv wie bisher weiter mithelfen, sind wir bereits auf einem guten Weg.
ZH: Herr Steffen, Sie haben auch klar formuliert, dass der Dialog mit den Fans künftig intensiviert werden soll. Wie sind da ihre konkreten Vorstellungen, wie das in der Umsetzung aussehen könnte?
DS: Wenn wir uns immer wieder als Mitglieder der Zebra-Familie sehen, dann sollten sich auch alle so verhalten. In einer Zebra-Familie sollten sich alle wohlfühlen und sich aktiv für die Ziele des Vereins einsetzen. Dazu gehört aber auch Information und Kommunikation untereinander. Als Voraussetzung dafür wollen wir den Kontakt zu den Fans verbessern.
Im Vorstand wird sich Dr. Stephan Bock um die Verbindung zu den Fans kümmern. Bei einem Fan-Abend, der Anfang März stattfinden wird, werden wir mit Ihnen über Verbesserungsmöglichkeiten diskutieren.
ZH: Lassen Sie uns einmal gemeinsam in die Zukunft schauen. Was ist Ihre persönliche Vision für den MSV für die nächsten drei Jahre?
DS: Der MSV kann als Traditionsverein in den nächsten Jahren Zeichen im sportlichen Bereich setzen. Die sportliche Entwicklung wird allerdings auch immer die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Vereins entscheidend beeinflussen. Auch aus diesem Grund muss es unser Ziel und auch unser Anspruch für den Verein sein, in die 1. Liga aufzusteigen und uns dann dort dauerhaft festzusetzen. Darüber hinaus ist der MSV ein ganz wichtiger Imageträger für Duisburg und er kann identitätsstiftende Funktionen wahrnehmen. Und deshalb sollten wir uns auch als Verein verstärkt unseren sozialen Verpflichtungen und Integrationsaufgaben stellen.
ZH: Und zum Schluss eine persönliche, aber nicht unbedingt ganz ernste Frage: würde es dazu kommen, dass unser Trainer sie zum nächsten Heimspiel aufstellen müsste, auf welcher Position würden Sie sich am besten als Spieler eingesetzt fühlen?
DS: Auch nicht ganz ernst gemeint:  Als Spielgestalter im zentralen Mittelfeld, der mit Offensivdrang auch seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen kann

An dieser Stelle möchten wir Herrn Steffen danken, dass er uns für ein Interview zur Verfügung stand.